Dank Facebook: Ein neues Zelt für Manole

Manchmal funktioniert dieses Internet ja. Zwei Stunden, nachdem ich bei Hinz&Kunzt vom Überfall auf den Obdachlosen berichtet habe, hatte er schon ein neues Zelt. Eben Dank des Internets mit seinen sozialen Netzwerken. Sein altes war von bislang Unbekannten mit einem Messer zerstört worden. Manole berichtet, dass ihn Sicherheitskräfte der Bahn überfallen und dabei auch Reizgas eingesetzt hatten. Die Bahnmitarbeiter streiten das ab, sodass die Details nun die Polizei ermitteln wird.

Eins der zerstörten Zelte

Kurz nach der Veröffentlichung des Artikels kam ein Helfer der Initiative „Bergedorfer Engel“ in der Redaktion vorbei und spendete ein Zelt und zwei Campingstühle für Manole. Die Engel fahren sonst von Platte zu Platte, um ihre Spenden zu verteilen. Dabei organisieren sie sich in einer Facebook-Gruppe. Und bei Facebook hatte auch Torsten von der Initiative meinen Artikel gesehen und umgehend reagiert. Manole hat sich sehr gefreut. Danke dafür.

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Manoles neue Behausung

 

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Das könnte so eine schöne Leerstandskarte sein

Schon für unsere Multimedia-Reportage bei Hinz&Kunzt hatte ich die leerstehenden Wohnungen und Häuser, die beim Leerstandsmelder gelistet sind, auf einer Karte gezeigt. Die Message dieser Karte war (unterstrichen durch das verzögerte Einblenden der Häuschen): Es steht verdammt viel Wohnraum in Hamburg leer. Und das bei den horrenden Mieten!

Beim Transparenztag Hamburg kam nun die Frage auf, ob sich die Leerstände der Stadt in Beziehungen zu den Mieten setzen lassen. Auch um zu schauen, ob da ein Zusammenhang besteht. Ich habe also eine Mietstatistik aus dem Dezember genommen und auf einer Karte die Hamburger Stadtteile den durchschnittlichen Mieten entsprechend eingefärbt. Auf diese Karte habe ich dann die Leerstände vom Leerstandsmelder geworfen. Das sieht dann so aus.

Auf den ersten Blick scheint es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Miethöhe und Leerständen zu geben. Dort, wo die Mieten hoch sind, gibt es auch verhältnismäßig viele Leerstände. Haben wir da etwas aufgedeckt?

Eher nicht.

Es gibt nämlich keine validen Daten über Leerstände in Hamburg. Die vom Leerstandsmelder sind crowdgesourct, viele Eintragungen mehrere Jahre alt. Manche Gebäude stehen vermutlich nicht mehr leer, gleichzeitig gibt es mutmaßlich noch viele weitere, die aktuell leer stehen. Zwar gibt es seit diesem Jahr die Pflicht für Immobilienbesitzer, Leerstände bei den Bezirken anzuzeigen. Weil die jedoch zu wenig Personal für die Kontrolle haben, machen das längst nicht alle. Die gemeldeten Leerstände sind also auch nicht allumfassend und zudem nicht nach Stadtteilen aufgeschlüsselt.

Woher dann aber der augenscheinliche Zusammenhang zwischen Mieten und leerstehenden Wohnungen? Eine Erklärung wäre, dass es dort, wo die Mieten extrem hoch sind, besonders viele Recht-auf-Stadt Initiativen gibt. Deren Mitglieder tendieren dazu, Leerstand skandalös zu finden und haben die in ihrer Umgebung vermutlich überproportional häufig beim Leerstandsmelder eingegeben.

Schade eigentlich.

Die Stadtreinigung und ihr (a)sozialer Auftrag

Am Ende hat die Geschichte es sogar ins ARD-Nachtmagazin geschafft (ab 11:40): Seit Anfang Juni hängen an zehn Mülleimern in Hamburgs Innenstadt so genannte Pfandregale, in die Passanten ihre Pfandflaschen stellen können, damit Flaschensammler sie von dort mitnehmen können. Zuvor gab es eine öffentliche Welle der Empörung, weil die Sammler in die neuen Mülleimern in der Innenstadt nicht mehr hineingreifen und dort nach Pfandgut suchen können. Weiterlesen

1 Jahr Lampedusa auf St. Pauli

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Die St. Pauli Pastoren Sieghard Wilm und Martin Paulekun.

Vor einem Jahr öffnete die St. Pauli Kirche ihre Tore für die Lampedusa Flüchtlinge, die über Libyen und Italien nach Deutschland gekommen waren und zuvor auf Hamburgs Straßen gelebt hatten. „Wir wissen nicht, wie es weiter geht“, sagte Pastor Sieghard Wilm mir damals: „Wir wachsen mit dieser Aufgabe.“

Genau ein Jahr später endet nun das Notprogramm der Kirche, auch die letzten noch dort lebenden Flüchtlinge werden das Kirchengelände verlassen. Zeit für ein Resümee: Am Rande einer Pressekonferenz habe ich heute mit Pastor Wilm ein kurzes Gespräch geführt.

 

Flaschensammeln: Wirbel um neue Mülleimer

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Mein Artikel über die neuen Mülleimer in der Hamburger Innenstadt hat einiges an Wellen geschlagen. Hinz&Kunzt-Verkäufer Sascha beklagte darin, dass die Hightech-Geräte es unmöglich machen, darin nach Pfandflaschen zu suchen. Die Antwort der Stadtreinigung darauf war in etwa: Damit sollen keine Flaschensammler vertrieben werden, aber für deren Lebensunterhalt sind wir auch nicht zuständig. „Unser Auftrag ist die Sauberkeit der Stadt“, sagte ein Sprecher. „Dafür setzen wir die optimalen Systeme ein.“ Weiterlesen