Esso-Häuser: Ärger am Bauzaun

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Der Abriss der Esso-Häuser läuft – der Protest dagegen auch.

An dem Bauzaun, hinter dem derzeit die Esso-Häuser abgerissen werden, entzündet sich der Konflikt um die Neubebauung des Areals. AktivistInnen hatten daran Protestparolen gemalt. Inzwischen ermittelt die Polizei wegen Sachbeschädigung und die Bayerische Hausbau lässt „Desinformationen“ vom Sicherheitsdienst beseitigen.

„Verschöner your local Bauzaun“ ist das Motto, unter dem die Initiative SOS St. Pauli dazu aufgerufen hatte, dem eigenen Ärger am Bauzaun vor den Esso-Häusern Luft zu machen. Viele waren dem Aufruf gefolgt und hatten dem Zaun einen neuen Anstrich verpasst und ihn mit Parolen bemalt. Als das am Montag erneut geschah, rückte die Polizei an, nahm die Personalien von zwei Aktivisten auf und beschlagnahmte zwei Eimer Farbe:

Die Polizei erklärt, vor den Esso-Häusern sei am Montagnachmittag eine Spontandemo angemeldet worden: „Aus der Gruppe der Versammlungsteilnehmer heraus wurde von zwei Personen der Bauzaun mit Farbe beschmiert“, sagt Sprecher Holger Vehren. Die Polizei habe Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet. Eine Anzeige der Eigentümerin des Geländes (und damit auch des Bauzauns), der Bayerischen Hausbau, liegt offenbar nicht vor.

Eine solche habe das Unternehmen nicht gestellt, sagt Sprecher Bernhard Taubenberger. Aber: „Wir begrüßen es ausdrücklich, wenn die Polizei Personen davon abhält, Sachbeschädigung an unserem Eigentum vorzunehmen“, erklärte er auf Anfrage. Zwar würde die Hausbau Protest am Bauzaun dulden, bei den Malereien habe es sich aber um „Desinformation, Polemik und Verzerrung“ gehandelt. Taubenberger stört sich insbesondere an den „Gewinn-Fantastereien“, die auf den Zaun gemalt worden waren – Berechnungen der Initiative Esso Häuser, wieviel Gewinn das Bauunternehmen angeblich erwirtschaften könne, wenn zu 100 Prozent Sozialwohnungen auf dem Gelände gebaut würden.

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Übermalter Protest oder „Desinformation“ am Bauzaun?

Dagegen schickt die Hausbau nun auch ihren Sicherheitsdienst ins Feld. Der hatte am Dienstag zahlreiche Parolen und Plakate auf dem Bauzaun übersprüht. Taubenberger sagt, das Vorgehen richte sich nur gegen die jüngst angebrachten, aus seiner Sicht falschen Informationen: „Wir haben unseren Sicherheitsdienst angewiesen, zwar auf den Bauzaun angebrachte Parolen grundsätzlich zu tolerieren, die dort insbesondere in den vergangenen Tagen aufgetragenen Desinformationen aber zu beseitigen.“ Auch in Zukunft solle dies so gehandhabt werden.

Der Sicherheitsdienst muss diese Anweisung wohl überinterpretiert haben. Wie die Initiative auch auf Facebook dokumentiert hat, wurden auch Fotos ehemaliger BewohnerInnen und ein Udo Lindenberg in den Mund gelegtes Zitat übersprüht.

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