Medienberichte und Realität #hh2112

Die Berichterstattung über eine Demonstration in Hamburg zeigt deutlich, dass viele Medien zu unkritisch mit Informationen der Polizei umgehen und sich von ihr an der Nase herumführen lassen.

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Am Samstag kam es in Hamburg zu schweren Ausschreitungen, nachdem die Polizei eine Demonstration mit etwa 8000 Menschen gewaltsam verhindert hatte. Nur ein paar Meter konnte die Demonstrationsspitze um kurz nach 15 Uhr vom Schulterblatt auf der angemeldeten Route laufen, bevor sie von einer Reihe aus PolizistInnen gestoppt wurde, die auf die Schienenbeine der Demonstrierenden in der ersten Reihe eintraten. Danach eskalierte die Situation völlig, Böller und Steine flogen, die Polizei drängte die Demo mit mehreren Wasserwerfern zurück auf das Schulterblatt, wo es zur Straßenschlacht kam.

Wieso ging die Polizei aber überhaupt so früh gegen die Demonstration vor, statt das Versammlungsrecht von 8000 Menschen zu schützen?

Medien übernehmen Polizeidarstellung

Ein Blick in viele Medienberichte verrät: Die Demonstrierenden waren schuld. So liest man bei sueddeutsche.de:

Die Situation eskalierte schon kurz nach Beginn der Demonstration am Nachmittag, als in unmittelbarer Nähe des besetzten Kulturzentrums „Rote Flora“ Randalierer aus dem sogenannten Schwarzen Block Einsatzkräfte attackierten. Diese stoppten daraufhin den Demonstrationszug und setzten Wasserwerfer ein. Auch von einer Brücke seien Beamte mit Gegenständen beworfen worden, sagte eine Polizeisprecherin.

Spiegel Online berichtet ähnlich:

Die Lage eskalierte schon kurz nach Beginn der Demonstration am Samstagnachmittag: Vor der Roten Flora warfen Randalierer aus dem sogenannten Schwarzen Block Böller und Gegenstände in Richtung der Polizisten. Diese setzten Wasserwerfer ein und drängten den Demonstrationszug mit Schlagstöcken zurück. „Es hat von Anfang an eine aggressive Grundstimmung geherrscht, wir sind massiv angegriffen worden“, sagte ein Polizeisprecher. Deshalb seien die Krawalle schnell aufgelöst worden. „Das ist derart gewalttätig gewesen, das haben wir lange so nicht erlebt.“

Diese Medien haben offenbar die Schilderungen der Polizei unhinterfragt in ihre Berichte übernommen. Die schreibt nämlich in einer Pressemitteilung:

Gegen 14:09 Uhr (gemeint ist wohl 15:09, d. Verf.) liefen zahlreiche Personen an der Spitze des Aufzuges unvermittelt und ohne Absprache los in Richtung Sternbrücke. Aus der Personengruppe wurden Steine und Flaschen sowie entzündete Pyrotechnik gezielt auf Polizeibeamte geworfen. Daraufhin wurde der Aufzug aufgestoppt.

Video widerlegt Medienberichte

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Unter der S-Bahnbrücke stoppte die Polizei die Demonstration.

Ich war vor Ort und habe die Situation anders erlebt. Der Beginn der Demonstration war für 15 Uhr angekündigt, wenig später setzte sich dann auch die Demospitze in Bewegung. Entschlossen und zügig, aber eben friedlich. Es flogen noch kein Böller oder Gegenstände, auch nicht von der S-Bahnbrücke aus. Eine Polizeikette unter der Brücke wurde abgezogen und so der Weg für die Demo frei gemacht. Kurz darauf stellte sich aber hektisch eine weitere Polizeikette in den Weg und trat auf die Demospitze ein. Ein Polizeisprecher sagte in einer ersten Stellungnahme, weil die Demo ohne Absprache losgelaufen sei. Im Laufe des Abends kam die Begründung hinzu, die Polizei sei angegriffen worden. In einem Youtube-Video ist von Angriffen auf die Polizei bis zum Aufstoppen der Demo allerdings nichts zu sehen:

Update 7. Januar: Inzwischen hat die Polizei ihre Darstellung geändert und stützt damit meine These.

Polizei als politischer Akteur

Der Fehler, der zu solch falschen Berichten führt, ist ein Vertrauensvorschuss, den viele JournalistInnen der Polizei entgegenbringen. Sie betrachten die Behörde als neutrale Informationsquelle und nicht als politischen Akteur, dessen Aussagen es kritisch zu prüfen gilt. Genau das ist die Polizei aber, wie der Soziologe und Polizeiforscher Martin Winter in seinem Buch „Politikum Polizei“ (PDF) schreibt:

Während der Protestaktionen tritt die Polizei in den öffentlichen Raum. Der Polizeieinsatz bekommt zwangsläufig eine politische Dimension; er wird zum Politikum, um das in der Öffentlichkeit gestritten wird. Die Polizei wird folglich zum politischen Akteur.

Dank der ausgeprägten Kommunikations- und Definitionsmacht der Polizei kann sie die Darstellung einer sozialen Bewegung in der Öffentlichkeit, ihrer Inhalte und/oder Methoden, maßgeblich mit beeinflussen. Das macht sie sich häufig zu Nutze, um ihre eigenen Realitätskonstruktionen in der Öffentlichkeit als „wahr“ durchzusetzen. Gerade bei Protestereignissen sind viele Beispiele bekannt, bei denen die Polizei die Medien falsch informiert hat, um ihre eigene Bewertung des Geschehens in der Öffentlichkeit durchzusetzen. Bei den Protesten gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm zum Beispiel musste ein Polizeisprecher im nachhinein zugeben, falsche Informationen verbreitet zu haben. der taz-Journalist Daniel Schulz bemängelte damals, dass „einfachste Prinzipien der Recherche“ von den JournalistInnen nicht eingehalten wurden. „Bequemlichkeit, Eitelkeit, sowie eine unangebrachte und wenig professionelle Vertrauensseeligkeit gegenüber der Polizei“ hätten zur Übernahme polizeilicher Falschmeldungen geführt, schreibt Schulz in einem Sammelband zur Berichterstattung über den G8-Gipfel.

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Am Ende standen sich Polizei und Demonstrierende auf dem Schulterblatt gegenüber.

Manche berichten kritisch

Zu einem Umdenken im Umgang mit der Polizei haben die aufgedeckten Falschmeldungen allerdings bei den wenigsten JournalistInnen geführt, wie die Berichte über die Demonstration in Hamburg gezeigt haben. Aber nicht alle Medien haben die Darstellung der Polizei übernommen, weil sie entweder vor Ort waren oder einfach gründlich recherchiert haben. So schreibt Hanning Voigts in der Frankfurter Rundschau:

Die Polizei drängt die Demonstranten mit Schlagstock und Wasserwerfer zurück vor die Rote Flora, diese schleudern im Gegenzug alles auf die Beamten, was sie in die Finger kriegen. […] Mehrere Tausend Gewaltbereite hätten sich an der Spitze des Demozuges versammelt, heißt es später, der Aufzug sei dann zu früh losgelaufen, zudem seien „Steine und Flaschen sowie entzündete Pyrotechnik“ gezielt auf Beamte geworfen worden. Erst daraufhin habe man den Aufzug gestoppt. Vor Ort dagegen sind sich viele Augenzeugen einig: Die Stein- und Flaschenwürfe gab es erst, als die Demonstration bereits stand.

In der taz schreiben Andreas Speit, Annika Stenzel und Kai von Appen:

Ohne Vorwarnung gingen die Beamten mit Schlagstöcken und Faustschlägen gegen die Demonstranten vor. Zur Unterstützung setzen sie Wasserwerfer ein. […] Die Polizei erklärte, dass Beamte schon gleich zu Beginn von einer Brücke aus mit Steinen beworfen worden seien. Doch ganz offensichtlich war es die Strategie der Einsatzleitung, diese Demonstration nicht aus dem Viertel zu lassen.

Christian Baars kommentiert bei NDR.de:

Augenzeugen berichten jedoch von einem anderen Ablauf. Auch Videoaufnahmen zeigen es: Der Demonstrationszug setzt sich auf der von der Polizei genehmigten Route in Bewegung, wird dann aber recht unvermittelt gestoppt. Von den angeblichen Würfen aus der Personengruppe ist nichts zu sehen. Erst nach dem Stopp des Protestzugs eskaliert die Gewalt. Sollten diese Augenzeugenberichte und Videos tatsächlich zutreffend sein, muss das Vorgehen der Polizei untersucht werden.

Wichtig ist das alles zum Einen, weil es nicht die Aufgabe (kritischer) Medien sein kann, die Verlautbarungen des Akteurs Polizei in der Berichterstattung einfach wiederzukäuen. Tun sie das, verletzen sie journalistische Grundprinzipien und informieren ihre LeserInnen falsch. Und die müssen auch über solche Details korrekt informiert werden, um sich darauf basierend ihre Meinung bilden zu können. Denn dafür ist die Frage, wer eigentlich mit der Eskalation begonnen hat, durchaus relevant. Patrick Gensing bringt es bei Publikative auf den Punkt:

Dass zudem eine genehmigte Demonstration von mehreren Tausend Menschen kurzerhand und mit fragwürdiger Begründung gestoppt und aufgelöst wird, während beispielsweise 2012 und 2008 alles in Bewegung gesetzt wurde, um Neonazis marschieren zu lassen, weil sonst die Demonstrationsfreiheit in Gefahr sei, ist wirklich ein besorgniserregender Umgang mit Grundrechten. Man muss die Forderungen der Demonstranten nicht teilen, man muss das martialische Auftreten von Schwarzen Blöcken und Bengalos kein bisschen mögen – aber ein Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit gibt es dennoch.

Lesenswert dazu auch der metronaut: „Die Mär der angreifenden Demonstranten

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86 Gedanken zu “Medienberichte und Realität #hh2112

  1. Diskreditiert wird der Protest von der im Artikel zitierten Presse auch dadurch, dass seine Ziele auf den Erhalt der Flora reduziert werden. Es ging um das Recht auf Stadt, dass nicht nur links-alternativen Aktivistinnen und Aktivisten der Flora, sondern auch und vor allem Menschen in prekärer Lage, für die die Bewohnerinnen und Bewohner der Essohäuser und die Lampedusa-Gruppe stellvertretend stehen, verwehrt wird! Durch die einseitige Fokussierung auf die Flora wird nicht nur deren Klientel sondern ein ganzes von der Existenz bedrohtes Milieu kriminalisiert und mundtod gemacht.

  2. Excellent blogpost. The German media’s reporting of the nhh2112 is the defacto way of reporting of any demo in North America. I was however surprised to see the same bias (favouring the authorities) on German tv.

    I’m an advocate for democracynow.org (dn), who would, by default, have been reporting right FROM the crowed, to give the perspective from the demonstrators. My hope is that new media start ups around the world will follow the dn model in order to bring much needed balance to issues involving demonstrations.

    Sorry for writing in English, but my writing in German is nowhere near my reading abilities.

  3. Exzellente Analyse, nur befürchte ich, dass sich auch in Zukunft wenig ändern wird an der Vorgehensweise. Den Polizeibericht zu kopieren ist nicht nur einfach, es erspart auch jegliche Kontroverse. Die Sicht der Polizei-Leitung ist konservativ, konservativ läuft gut.

    Auf lange Sicht schießen sich die Medien damit freilich selbst ins Bein. Wer auch nur einmal die Diskrepanz zwischen Selbsterlebtem bei einer Demo und der nachfolgenden Berichterstattung erfährt, wird skeptisch gegenüber Zeitungsberichten. Und ein Medium, das angezweifelt wird, ist ein Medium, das im Zweifelsfalle nicht gekauft wird.

    • Du hast den Punkt getroffen!!! Danke!
      Meiner Meinung nach sind jedoch die wenigsten LeserInnen auf Demos unterwegs und kommen somit nicht in den Genuss einer eigenen Meinung.
      Es wäre so unglaublich schön, wenn Deine Theorie über die im Zweifelsfalle nicht mehr gekauften Medien zutreffen würde. Leider befürchte ich, dass die Skepsis den Menschen vorbehalten bleibt, die den Bericht erstattenden Medien ohnehin schon vorsichtig begegnen.
      Ich hoffe trotzdem sehr, dass Du Recht behältst!

    • Die Diskrepanz zwischen Selbsterlebtem und der späteren Diskussion könnte sich aber daraus ergeben, dass man als einer unter 7500 nicht in der Lage ist zu erfassen, was sich im Ganzen abspielt. Ich will gerne glauben, dass Menschen die weiter hinten standen nicht mitbekommen haben, dass der Block vorne sofort und ohne Angriff der Polizei im exzessiver Gewalt aufgetreten ist. Ging mit auch schon mal so und ich war entsetzt darüber, dass man ein so falsches Bild der Lage haben kann, wenn mittendrin steht…

      • Ich stand als Journalist direkt neben dem schwarzen Block unter der Brücke und kann sehr wohl von Faustschlägen und Tritten berichten. Die Polizei meint vielleicht, dass es im Tumult und im Verdeckten nicht auffällt – aber die Provokation ging gezielt und alleinig von der Polizei aus. Die nachfolgende Eskalation der Gewalt liegt allein im Verantwortungsbereich der Polizeiführung. Ich möchte in keiner Form verteidigen oder gar gut heißen was im Nachhinein in der Schanze und auf St. Pauli passiert ist, doch wenn man die Demo wie geplant hätte laufen lassen und wäre das nicht passiert. Es ist nicht nur traurig, sondern erschütternd, dass die vorherige Provokation seitens Kretschmer, der Politik und der Bayerischen Hausbau sowie die gezielten Sticheleien der Polizei vor der Demo (Platzierung von WaWe, Polizeiketten und Hundertschaften) und kurz nach Beginn der Demo (Eingreifen unter der Brücke) ihr Ziel erreicht haben. Keiner redet mehr über die Ziele der Demonstanten. Alle reden über die eskalierte Gewalt. So geht Demokratie heute.

  4. So einen schlecht verfassten Dreck habe ich selten gelesen. Ich war auch da und konnte sehen, dass die sog. „friedlichen“ Demonstranten, wie hier beschrieben allesamt vermummt losgelaufen sind. Ich frage mich, warum plötzlich so viele Steine und Feuerwerkskörper flogen. Haben wir schon Silvester und nimmt man immer einen Stein auf Tasche mit zu einer friedlichen Kundgebung??? Nein tut man nicht. Ich mag das Schanzenviertel, aber ich hasse diese Krawallmacher, die sich geschützt von den Werten der Demokratie so einen Scheiss erlauben.

      • @ xtraandi arbeit
        Ist das jetzt ein ironischer Zutrag oder wolltest du damit die Tatsache, dass mit Steinen geworfen wird jetzt damit entschuldigen, dass die besagten Vermummten diese erst vor Ort aufgegriffen haben?

        Ich finde der Artikel wirft wichtige Fragen auf, jedoch finde ich nicht, dass das Video in irgendeiner Form beweist, dass die PolizistInnen die Demonstranten willkürlich angegriffen hätten. Leider konnte ich nicht dabei sein, da ich an dem Tag erst selbst in Hamburg angereist kam, aber für mich sieht es in dem Video folgendermaßen aus:
        Die demonstrierende Masse, angeführt von vermummten Gestalten, trifft auf einen Wall voller PolizistInnen, die da aber regungslos stehen und die demonstration blockieren. Warum weiß ich nicht, allerdings schlagen sie nicht einfach drauf los. Von Seiten der Demonstranten sieht man allerdings schnell einige Schläge (siehe die rote Flagge oder was das ist etwas weiter hinten im Bild) auf die PolizistInnen zukommen.
        Und jetzt fragt euch doch mal bitte: Wie muss sich das anfühlen als PolizistIn? Irgendwann muss man sich doch verteidigen müssen- das sind auch menschen und keine Schlagobjekte!!

        Ich bin absolut gegen Gewalt und es regt mich schecklich auf, dass es immer wieder zu diesen Eskalationen kommt.
        Das eigentliche Problem ist meiner Meinung nach weder die Polizei, noch die Meinung der Demonstranten bzw die Demonstration ansich. In Deutschland ist ein recht auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit und das muss auch wirklich so bleiben und genauso ist die Polizei dafür zuständig für Sicherheit zu sorgen und daher bei Demonstrationen anwesend zu sein und bei Gefahr einschreiten zu müssen.
        Das eigentliche und meiner Meinung nach einzige Problem sind die radikalen Gruppierungen, die sich im Schutz der Menge der freidlichen Demonstranten verstecken. Wieso vermummen die sich denn? Ein friedlicher Demonstrant hat nichts zu befürchten, aber natürlich- wenn man von vornherein vor hat Randale zu machen ist das natürlich praktisch nicht erkannt zu werden.
        Das mag jetzt alles ziemlich platt gingen, aber traurigerweise ist es doch so und nicht anders.

        Allerdings sollte sich auch meiner Meinung nach das Verhalten der Polizei ändern. Es war vorrauszusehen was passieren wird. Jeder hat es gewusst, denn wenn wir mal an die ganzen Maidemos zurück denken… ist es doch immer wieder dasselbe. Und da war ich oft dabei. Nicht in der Menge, aber als Zeuge. Und ich habe gesehen wie Demonstranten willkürlich Fenster eingeschlagen und Dinge demoliert haben.

        Eine sache ist mi auch zu Ohren gekommen, aber wenn den Medienberichten wirklich nicht mehr ganz zu trauen ist, weil sie auch nur für politische Meinungsmache missbraucht werden ist es jetzt schwierig für mich die Geschichte auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüen. Allerdings soll es so gewesen sein, dass nachdem die Autonomen abgereist sind, die aus Berlin kamen und über schwerin fuhren, der Wagon, in dem sie sich befanden völlig demoliert war.

        Es fällt mir nicht schwer das zu glauben, da ich es oft selbst miterlebt habe, dass auf Demos die eigentliche Sache missbraucht wurde, um seine Aggressionen gegen alles andere auszulassen.

        Zum Schluss möchte ich nur nochmal sagen, dass ich es wichtig finde seine Meinung zu sagen und ich respektiere auch die der anderen, auch wenn ich sie nicht teile und man diskutieren kann. Ich zwinge niemanden meine Ansicht zu teilen, aber Toleranz und respekt sollte man sich entgegen bringen können. Ich wollte lediglich auch nur zum Denken anregen, denn ich finde es erschreckend wie beide Seiten aufeinander losgehen und die eigentliche Wahrheit in dem großen Lügen- oder eher Wahrheits-verzerrungs-Meer untergeht.

      • Und Feuerwerkskörper schnell beim Aldi an der Ecke gekauft? 😉 Solch eine Demo diskreditiert sich selbst, da die Organisatoren es nicht schaffen, die Chaoten fern zu halten. Wie sollten sie auch? Schade, aber Gewalt ist nie eine Lösung und kann von keiner Seite aus entschuldigt werden. So bleibt beim „Normalbürger“ immer der Eindruck: Arme Polizisten, die mussten sich wehren….

    • Das Schanzenviertel mag Dich bestimmt auch..Du Yuppie,hab schon erlebt das bullen solche kommentare in ihrer freizeit schreiben.Steine werfen auf Demos fällt dagegen in den Aufgabenbereich der Zivi´s.Weisst Du eigentlich was Demokratie ist?

  5. Ich war da, und dieser Artikel ist lächerlich. Eine größere Gruppe stand von Begin an vermummt da und es sind zuerst aus dem Block an der Flora Dinge zur Kreuzung geflogen. Lächerlich wie ihr Autonomen A-löcher versucht die Polizei in den Dreck zu ziehen für eure Ideale die niemand will! Was haben Vermummung, Bengalos und Knallkörper auf einer „friedlichen“ Demo zu suchen?

    • gegenfrage – was haben vermummte und schwerst bewaffnete staatsbüttel dort zu suchen…das sich demonstranten vermummen ist ihr gutes recht,solange die staatsmacht alles filmt und ihre schergen selbst vermummt in aktion treten…

    • Darum geht es in dem Text doch gar nicht. Ich habe darüber geschrieben, dass einige Medien die Darstellung der Polizei völlig unkritisch übernommen und als objektive Realität dargestellt haben. Trotz dass Augenzeugen wie ich und andere Kollegen, die vor Ort waren, die Situation ganz anders erlebt haben. Ich wollte keine Debatte „Böse Polizei, gute Autonome“ anzetteln, aber um das Geschehen angemessen bewerten zu können, braucht es erstmal kritische Medien, die ernsthaft bemüht sind, interessengeleitete Darstellungen zu hinterfragen.

  6. Der Autor schreibt oben „….Gegen 14:09 Uhr (gemeint ist wohl 15:09, d. Verf.) …“. In mehreren Blogs habe ich gelesen, dass eine Gruppe von vermummten Demonstranten eben doch um 14:09 und nicht um 15:09 – also lange vor der angemeldeten genehmigten Zeit – los sind und somit die Polizei provoziert haben.

    Kann die Uhrzeit jemand verifizieren?

    • ich kann es.. .denn wie o.g wurde die Demo für 15 uhr vorab Freigegeben… die sind dann um 15:02 losgelaufen und um 15:04 von der Polizei gestoppt wurden nach dem diese dann zurück gedrängt wurden ging die Straßen schlacht los…. zumal wie will mann vor einer Brücke Steine werfen ohne seine „kollegen“ zu gefährden ;))…

    • Die Uhrzeit 14:09 Uhr stammt aus der ersten Pressemitteilung der Polizei. Hierauf beziehen sich alle Medien, die das auch schreiben. Dumm für die Öffentlichkeit, wenn das (und eben auch andere Darstellungen) unhinterfragt übernommen wird.

    • Eben, sie sind zu früh los! Deswegen hatten die Bullen ja noch nicht mal ihre Helme auf als es losging und sie die dann hektisch aufsetzen mussten…Unsere schöne Demo…zunichte gemacht von Idioten!

  7. Blöd nur, dass die Wahrnehmung aus dem Mikrokosmos des Schreibers nicht mit den Videos in Einklang zubringen ist

    Veranstalter und Polizei redeten (nach übereinstimmenden Erklärungen) noch über die Route als die Kriminellen des schwarze Blocks (und nicht die Demo-Spitze – die haben wenig mit dem zu tun, was eine Demo ist) los marschierten.

    „von Angriffen auf die Polizei bis zum Aufstoppen der Demo allerdings nichts zu sehen“
    Es ist also völlig legitim, dass man als erste Reaktion auf eine polizeiliche Maßnahme (die man nicht versteht) mit massiver Gewalt reagiert?

    Das verlinkte Video geht nach den 53 sec weiter. Ich unterstelle dem Verfasser, bewusst ein gekürztes Video genommen zu haben. Kurz nach Ende des Videos geht ohne einen Schlag durch die Beamten der Steine Regen los.
    Wie man es dreht und wendet, wer hier den Startschuss gegeben hat ist völlig deutlich und nicht weg zu diskutieren. Selbst in der kurzen Sequenz ist kurz vor Ende zu sehen wer wen mit Gegenständen schlägt.

    Für diese geplante Straßenschlacht, wurden extra Leute aus anderen Ländern heran geschafft. Die konnten sich einen Tag vorher ja schon aus Vorfreude nicht zurückhalten und haben auf der Reeperbahn randaliert.

    • „Das verlinkte Video geht nach den 53 sec weiter.“… du hast noch nicht begriffen wie man youtube benutzt oder? es gibt 6 + videos …

  8. Bitte aber auch berücksichtigen, welche Arten von Wurfmaterial die Demonstranten ganz zufälligerweise schon dabei hatten, als die Demo dann gewalttätig wurde.

    Hier haben sich zwei Seiten auf eine Prügelei gefreut. Wie so oft.

    • Bitte auch beachten welche Bewaffnung bei der Polizei schon ganz zufällig von vornherein zur Demonstration mitgenommen wurde !

  9. And Europe still feels it has the right to tell other countries „to not stop demonstrations“. Double standards, double standards everywhere.

  10. Ich möchte einwerfen, das auch das Stoppen einer Demonstration kein Grund ist, Steine zu werfen und gewalttätig zu werden. Das ist also meiner Meinung nach kein Argument für die Gewalt.

  11. Die Journalisten treffen doch auch mit einer ‚vorgefertigten Meinung‘ an solchen Einsatzorten ein. Wenn so jemand dann – sagen wir mal – von einem ‚bürgerlichen Blatt‘ kommt, dann dienen die interessierten Polizei-Statements doch nur noch zur Verstärkung eines Weltbildes, das der Schreiber zuvor schon als internes Konstrukt im Kopf hatte.

  12. Die Aussage, dass die Polizei vollkommen grundlos erst den Zug angehalten und dann die Demonstranten verprügelt hat, ist allerdings auch zweifelhaft. Es gibt hier zwei Extrempositionen: Die Aussagen der Demonstranten und die der Polizei. Beide Positionen sind subjektiv, die Aussagen von starkem Eigeninteresse geprägt.

    Natürlich muss ein Journalist kritisch berichten und auch die Aussagen der Polizei hinterfragen. Aber bei so großen Demos hat kaum einer einen Überblick über die komplette Situation. Es ist also zwingend notwendig, sich auf andere Aussagen zu stützen.
    Und so ganz nebenbei: Es gibt zwar ein Demonstrationsrecht; es gibt aber durchaus auch verfassungsrechtlich nicht zu beanstandene Einschränkungen, wenn man der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts glauben darf.

    Und eine weitere Anmerkung: Auch wenn Rechte/Nazis das letzte Dreckspack sind: Dass deren Demorouten durchgesetzt werden, ist nicht unbedingt der Regelfall. Oft werden sie durch überwältigende Gegendemonstrationen gestoppt, stehen dumm in der Gegend und ziehen nach etlichen Stunden und klärenden Gesprächen wieder ab, ohne die genehmigte Route genommen zu haben. Von einer regelmäßigen rücksichtslosen Durchsetzung der Rechte zu Gunsten von Neonazis kann man also beim besten Willen nicht sprechen.

  13. Wenn gegen etwas demonstriert wird, ist das ein verfassungkonformes Recht, warum müssen sich dann sehr viele (auch auf den Videos zu sehen) oder sogar alle in der Demospitze vermummen? Das ist wiederum nicht verfassungskonform!

    • Sicher ist es verfassungskonform wenn eins sich vermummt…was nicht verfassungskonform ist, ist die präventive Abfilmung (und Abschirmung) einer jeglichen radikalen Demonstration…

      • Woraus ziehst du deine Erkenntnisse?
        Erstens ist die Zulässigkeit der präventiven Abfilmung und Abschirmung von Demonstrationen eine Einzelfallfrage. Zweitens stellt sich doch die Frage, was „radikal“ bedeutet. Wird dieses Wort im Sinne von „rücksichtslos, zur Not auch mit Gewalt“ verwendet, kann das sogar gegen den verfassungsrechtlichen Schutz der Demo durch die Versammlungsfreiheit sprechen („Alle Deutschen haben das Recht, sich […] friedlich […] zu versammeln.“).

        Im Übrigen hat das Bundesverfassungsgericht bisher das Vermummungsverbot in mehreren Entscheidungen im Grundsatz akzeptiert, was zumindest stark dagegen spricht, dass dieses Verbot verfassungsrechtlich unzulässig ist.

  14. Das Problem ist, dass der Polizeipressesprecher für die Reporter vor Ort immer eine sehr einfache Anlaufstelle ist um kurz ein Interview oder einen O-Ton zu ziehen. Und dieser labert dann hochsympathisch die Propaganda des Polizeigewerkschafts-Pressetextes runter. Augenzeugenberichte von Demonstranten sind weit schwieriger zu besorgen, da die Lage oft unübersichtlich ist und viele Polizeigewalttaten erst später ans Licht kommen (siehe FSK-Interview mit Anwohnerin über bewusstlos geprügelten)

    Punkt zwei sind die Bilder, denn actionreiche Aufnahmen von Blockaden, Bengalofeuer und Gebrüll lassen sich für den Zuschauer/Leser interessanter zeigen. In der Folge entsteht durch die Darstellung solcher Spitzen aber der Eindruck, die ganze Stadt habe dauerhaft gebrannt.

    In den vergangenen Jahren hat sich die Berichterstattung leicht gebessert, allerdings ist sie noch weit von einer wünschenswerten Objektivität entfernt.

    • Ich stimme dir schon zu, dass es kaum ein Berichterstatter schafft wirklich objektiv zu bleiben. Je nachdem, wo man liest, schwingt ein Unterton mit bei, der den Leser unbewusst in eine Richtung polen soll.
      Natürlich sollte man erwarten können, dass renommierte Zeitungen, die zumindest im Volksmund als seriös und objektiv gelten sich wirklich Mühe geben eine objektive Beschreibung der Situation zu liefern, aber auch als Leser sollte man sich aneignen, Texte kritisch zu lesen. Und nicht zu vergessen ist auch, dass manche Leser auch schon vorgefertigte Meinungen haben und versuchen Aussagen und Artikel da hinein zu pressen. Wie man einen Text auslegt ist halt immer noch einem selbst überlassen.
      Und zu den Gewaltfällen von PolizistInnen, die erst später aufgedeckt werden, auf die du ansprichst kann ich nur sagen, dass es überall schwarze Schafe gibt. Natürlich sind nicht alle PolizstInnen gut, aber man sollte nicht von wenigen (auch wenn es viele erscheinen sollte man vielleicht mal hochrechnen wieviele PolizistInnen es gibt und dann schauen wie gering der prozentuale Anteil doch ist!!) auf die gesamte Polizei schließen, genauso wie nicht jeder demonstrant gleich ein Bösewicht ist, bloß weil dazu noch radikale Vermummte aufmaschieren. Das eine hat mit der anderen Sache doch nichts zu tun.
      Gegen Beides muss etwas getan werden, damit das Image des Polizisten nicht mehr verteufelt durch das Handeln einiger zu Gewalt bereiter leidet und die Demonstrationsfreiheit des friedlichen Demonstranten nicht durch das illegale Auftreten der Autonomen gefährdet ist.
      Denn schließlich wurde die Demo nicht wegen der Meinung der Demonstranten abbgebrochen, sondern wegen des gewaltvollen Handels einiger (eigentlich leider mehrerer in diesem Fall..) demonstranten, die meiner Meinung nach nicht für die Flora demonstriert haben, sondern wirklich nur Randale machen wollten…

  15. Sorry, aber:

    1. Deine Quellen zitieren, dass die Beamten „ohne Vorwarnung mit Schlagstöcken und Faustschlägen“ auf die Demonstranten losgingen (taz). Davon ist im Video allerdings auch nichts zu sehen. Viel mehr sieht es so aus, als ob die Polizeikette im Weg stand und die Demonstranten weiter gegangen sind. Dann kleine Rangeleien, dann Ende des Videos.

    Auf einem längeren Video, das unter anderem von der taz (?) verlinkt wurde, sieht man wie Böller explodieren bevor die Wasserwerfer eingesetzt werden. Das passt dann auch nicht mehr so wirklich zu der Darstellung der FR, Zitat: „Die Polizei drängt die Demonstranten mit Schlagstock und Wasserwerfer zurück vor die Rote Flora, diese schleudern IM GEGENZUG alles auf die Beamten, was sie in die Finger kriegen.“ (Hervorhebung von mir).

    Wenn du Parteilichkeit in den Medien kritisierst, solltest du die von dir gelobten „gründlich recherchierten“ Medien in deine Kritik einschließen.

    2. Polizei-Einsatz hin oder her, das Thema, über das sich viele Hamburger momentan aufregen ist die Gewaltbereitschaft der Demonstranten. Es ärgert uns, dass Leute von weit her anreisen, sich mit großen Steinen, Glasflaschen und Pyrotechnik bewaffnen, um einen Teil der Stadt zu verwüsten und auf die Polizei loszugehen. Die Vorab-Ankündigungen zeigen aus recht deutlich, dass die Auseinandersetzungen von vielen Randalierern erwünscht war. Was soll das?
    Sich dann noch als „Opfer von Polizeigewalt“ darzustellen, wirkt von außen ziemlich scheinheilig.

    PS: Ich habe an der Hoheluftbrücke selbst miterlebt, wie ein paar Maskierte aus vollem Lauf und 1-2 Meter Entfernung große, scharfkantige Pflastersteine gegen einen vollbesetzten Polizeiwagen geschmissen haben. Das war VOR der Auflösung der „Demonstration“ an der Hoheluftbrücke. Wenn die Dinger nicht von der Scheibe weggebounct wären, wären die Insassen mit hoher Wahrscheinlichkeit schwer verletzt worden.
    Ironischerweise haben wir dieselben Leute später am Eppendorfer Baum wieder getroffen, wie sie sich ihre verletzte Hand verbunden haben. Bottom line: 500 verletzte Demonstranten heißt nicht, dass die Polizei 500 Leute verletzt hat. Offenbar birgt es ein gewisses Verletzungsrisiko, mit voller Kraft scharfkantige Gegenstände zu werfen…

    • gleiches trifft aber auch auf die bullen zu du klugscheißer. wenn sich ein bulle an deiner fresse die hand rund prügelt, kommt er auch in die verletzten-statistik, von der jeder dann wieder annimmt, sie sei durch demonstranten verschuldet. oder einer, der zu blöd zum rennen ist, schon öfters gesehen/is ja auch schwer in soner ganzkörperrüstung (welche SEHR GUT vor steinen und allem anderen schützt) zu rennen, stolpert und sich den knöchel bricht. ergo: du scheißdemonstrant mit deinem brutalen gesicht hast den armen beamten verletzt. ausserdem: halte dir doch mal die zahlen vor augen. irgendwas mit 100 verletzte bullen; einige schwerverletzte. 500 verletzte demonstranten; wasweißich wieviele schwerverletzte (definitiv einige knochenbrüche. weiß nich, ob du sone lakritzstange schon mal probiert hast)
      und allgemein noch mal an die ganzen klugscheißer hier: polenböller und bengalos sind im allgemeinen keine waffen, bzw haben nicht mehr verletzungsgefahr als glühende kippenstummel und fliegende plastestühle und werden zu silvester in viel größerem ausmaß verwendet. da sterben doch zu silvester auch nicht plötzlich ganze hundertschaften?!
      und auch wenn man bei dem einen video anfangs nicht sieht, wie die bullen mit panzerrohren auf den blackblock hauen (dafür war das gruppenkuscheln zu eng) möchte ich jeden klugscheißer mal in vorderster reihe erleben, wenn du aufgrund der massen hinter dir gar nicht zurück KANNST, vorne aber befehlsmaschinen hast, die dich mit aller gewalt zurück drängen wollen und dir dabei immer wieder mit kleinen seitenhieben per tonfa (berüchtigte lakritzstange), faust oder tritt ins gesicht, die rippen, schienbeine oder sonst wohin, versuchen klar zu machen, daß du das unmögliche schaffen sollst und durch eine ganze demo selbst nach hinten, am besten bis timbuktu abhauen sollst.
      ganz ehrlich pflaumen: nehmt den rat mal an und bewegt eure selbstherrlichen ärsche auf ne demo und schaut euch das ganze mal persönlich an (vom balkon oder hinter muttis rücken zählt nicht). will sehen, ob ihr immer noch so labert, wenn ihr euch die polizeiausrüstung zwangsweise mal genauer angeguckt oder unfreiwillig getestet habt.

  16. Klare Sicht nicht möglich. Dass Medien ungeprüft Aussagen unserer Staatsorgane übernehmen ist leider nichts neues. Dass hier von Seiten des Staates eine Eskalierung der Demo das Ziel war, ist an dem Auftreten der Polizei unschwer zu erkennen gewesen. Das gilt aber auch für Teile der Demonstranten. Wobei der Großteil der sog. Gewaltbereiten erst „gewaltbereit“ wurde, als sie sich verteidigt haben. Wenn auf mich ein Kampftrupp in voller Montur zukommt und wahllos auf mich und/oder andere friedliche Demonstranten einschlägt, habe ich nicht nur das Recht dagegen vorzugehen, sondern die Bürgerpflicht. Das ist Zivilcourage in der höchsten Form. Am Takismplatz wäre die Berichterstattung der Medien anders ausgefallen. Aber wir leben ja in einer Demokratie(simulation), da gibt es keine Polizeigewalt. Und hier gibt es natürlich auch keine „Agents Provocatuers“. Und jetzt sollen die Grundrechte eingeschränkt und DemoVeranstalter haftbar gemacht werden. Ein Schelm, wer da einen Zusammenhang vermutet. Ein Ignorant wer es nicht tut. Welcome to Belarus.

    • „Dass Medien ungeprüft Aussagen unserer Staatsorgane übernehmen ist leider nichts neues. Dass hier von Seiten des Staates eine Eskalierung der Demo das Ziel war, ist an dem Auftreten der Polizei unschwer zu erkennen gewesen.“
      Woher nimmst du bitte deine Behauptungen?
      Und von anderer Seite ist keine Meinungsmache oder wie ist das zu verstehen?

      „Wenn auf mich ein Kampftrupp in voller Montur zukommt und wahllos auf mich und/oder andere friedliche Demonstranten einschlägt, habe ich nicht nur das Recht dagegen vorzugehen, sondern die Bürgerpflicht. “
      Ja natürlich würde ich mich auch selbst verteidigen,WENN ES SO WÄRE. Aber war das denn der Fall??
      BItte erst nachdenken und prüfen, bevor man sowas schreibt!!! Und außerdem würde ich nicht behaupten, dass welche erst gewaltbereit wurden als gegenreaktion. Wie ich ganz oben schon geschrieben habe konnte ich dieses Mal nicht dabei sein, aber von vielen Ausschreitungen am ersten Mai weiß ich, dass meistens auf einen Steinwerfer viele folgen. Was allerdings nicht eine Konterreaktion auf gewalttätiges Handeln seitens der Polizei entspricht, sondern einfach einer anfängt und die anderen alle mitmachen.

  17. Kurzer Nachtrag zum Vermummungsverbot. Wer hier die Vermummung vieler Demonstranten kritisiert, sollte sich mal mit dem Vemummungsverbot auseinandersetzen und warum es auf der Welt nur 4 Länder gibt, in dem ein offizielles Vermummungsverbot herrscht. Zumal die Beamten auf Demos alles andere als identifizierbar sind und sich gegen eine Kennzeichnung stets gewehrt haben. Hier gelten ja auch Lederjacken als sog. „Passivbewaffnung“. Der Begriff Rechtsstaat als Euphemismus.

    • Ich glaube man darf aber postulieren, dass eine Vermummung und eine damit verbundene „Nicht-Identifizierbarkeit“ das Ausüben von Gewalt befeuert – auf allen Seiten. Der unterschied zwischen „Demonstranten“ die sich vermummen und der Polizei besteht einzig und allein darin, dass die Vermummung auf der Seite der Randalierer als Vorbereitung zum Ausüben von Straftaten zu sehen ist, und bei Polizisten dem Selbstschutz und dem Schutz der Familien dienen. Ich weiß von Fällen, wo nach Polizeieinsätzen die Familie von Polizisten Besuch bekommen haben. Ich bin aber auch der Meinung, dass ein Beamter mit einer ID-Nummer durchaus besonnener agiert als ohne…

      • „Der unterschied zwischen “Demonstranten” die sich vermummen und der Polizei besteht einzig und allein darin, dass die Vermummung auf der Seite der Randalierer als Vorbereitung zum Ausüben von Straftaten zu sehen ist, und bei Polizisten dem Selbstschutz und dem Schutz der Familien dienen.“

        Dir scheint nicht bewusst zu sein, welchen großen Wert die Annonymität der Demonstrienden für diese hat. Repression von friedlichen Demonstranten durch Staatsorgane hat es schon zuhauf gegeben, auch in der BRD. Aber überlege mal was mit nicht vermummten Demonstranten in anderen Ländern passieren kann, wenn sie identifiziert werden. Da kann schon mal jemand vor deiner Tür stehen und dich verschleppen, foltern oder gleich in deiner Wohnung hinrichten. Klar, davon sind wir hier noch weit entfernt. Aber der Sinn hinter der Vermummung ist der selbe. Schutz vor Übergriffen und Repression von Seiten des Staates. Dass es auch Menschen gibt, die daraus den Vorteil ziehen und unerkannt Straftaten begehen, darüber müssen wir nicht reden. Aber da gibt es ja auch grade bei der Polizei mehr als genügend schlechte Beispiele.

    • Zur Info, die Sturmhauben die, die Beamten tragen haben nicht den Zweck diese zu „vermummen“! Die Hauben bestehem aus einem Flammhemenden Material. Wenn sie schonmal von einem Molotov getroffen wurden und in Flammen standen wissen sie die zu schätzen.
      Auch die Helme sind primär auf Schutz gegen Steine, Flaschen und andere Geschosse ausgerichtet.

      Gerade die Hamburger Polizei ist einige der wenigen die vollständige ID Nummern hat und damit kann ich jeden Beamten klar identifizieren.
      Bei den anderen Ländern und der BPOL muss ich mir die Symbole merken die auf der Weste gepinnt sind. Damit sind sie auch wieder alle auseinander zu halten, zumindest wenn es sich um Spezialeinheiten und Berteitschaftskräfte handelt.

      Die Passivbewaffnung stellt grundsätzlich ersteinmal alles da was ich nutzen kann um mich bei der Ausübung von Gewalt zu unterstützen. Sprich: wenn ich mir meinen Gürtel um die Handknöchel wickel um fester zuschlagen zu können, wenn ich Stiefel mit Stahlkappen trage um meinem Gegner die Beine zu brechen etc.

      Grundsätzlich geht mir die Medienberichterstattung sehr auf die nerven weil sie immer sehr einseitig ist. Im Regelfall gegen die Polizei.
      Als ob es uns Spaß machen würde kurz vor Weihnachten nach Hamburg zu fahren um dann dort die im Vorfeld angekündigte Gewalt durch Autonome zu erleben. Es ist immer wieder schön wie davon gesprochen wird wie brutal die Polizei doch mit dem Pfefferspray war. Das die Gegenseite Steine, Bengalos, Molotovs, usw. werfen die alle wesentlich gefährlicher sind, scheint nicht zu tangieren. Erinnert mich an den 1Mai in Berlin wo ein Brandgeschoss zu kurz kam und vorn in den Demozug einschlug. Eine junge Frau verbrannte…

  18. Untersuchung tut not:
    Ich war zu Beginn der Demo vor ort und kann die oben genannte Schilderung nur zum Teil bestätigen. Richtig ist, dass zahlreiche Demonstranten sorgfältig auf Gewaltanwendung vorbereitet waren, und einzelne Gruppen schon vor Beginn ihre Utensilien zurecht legten. Sie waren also ganz sicher auf Konfrontation programmiert und nicht gerade auf Notwehr. Richtig ist auch, dass die Spitze der Demo mit dem großen schwarzen Banner fast schon im Eilschritt – es wirkte fast wie Rennen – auf die Polizeikette losstürmte. Das kann man auch aus diversen Amateurvideos im Internet gut erkennen. Man könnte also durchaus erklären, warum die Polizei in diesem Fall den Wasserwerfer einsetzte.

    Allerdings: Es bleibt die Frage, warum die Polizei die Straße an dieser Stelle zu diesem Zeitpunkt überhaupt abriegelte. Wenige Minuten zuvor war offenbar die Anweisung gekommen, dass der Demonstrationszug zur Reeperbahn verboten worden sei. Es wurde jedoch NICHTS dazu gesagt, ob der Demonstrationszug insgesamt gestoppt worden sei um Eskalation außerhalb des Schanzenviertels zu unterbinden. Nur dies würde erklären, warum die Polizei die Straße blockierte.

    Dass die Polizei dann schließlich ziemlich unkontrolliert auf Demonstrationsteilnehmer einschlug, ist bedauernswert. Hier möchte ich als Journalist aber gerne die Erklärungen der Polizei hören. Grundsätzlich ist bei einer solchen Veranstaltung wohl jeder gefährdet, der sich an die Spitze eines Zuges stellt (zum Teil mit eindeutigen Absichten!!)

    Nicht von ungefähr waren es die ersten Reihen der Demo, die sich hinter dem schwarzen Banner versteckten, wenn eine Kamera auf sie zeigte.

    Kurzum: Eine Untersuchung nach diesem Samstag ist für mich Pflicht. Nur so kann eine Wiederholung verhindert werden. Ich würde aber nicht von vornherein nun der Polizei alle Schuld geben. Die jungen Leute, die da mit Rüstung und helm eine Kette bilden, sind sicher überfordert, wenn sie in Sekunden entscheiden sollen..
    Christian Fürst

  19. ”Es hat von Anfang an eine aggressive Grundstimmung geherrscht […]”, sagte ein Polizeisprecher.

    Natürlich herrscht bei so brisanten Themen, wie Abschiebung von Flüchtlingen und Räumung von besetzten Gebäuden, was ja auch alles unter Polizeigewalt durchgeführt wird, eine „aggressive Grundstimmung“. Ich bezeichne es zwar eher als Zorn und Entschlossenheit, aber jeder Mensch hat ja eine andere Interpretation von Gefühlen und Beweggründen.

    Aber so eine Stimmung existiert nicht nur auf Seiten der Demonstranten, sondern auch auf Seiten der Polizisten, die ja schon mit einer gewissen Erwartungshaltung (eben der Erwartung, dass „die linken Spinner mal wieder Randale machen werden“) an die Sache heran gehen.

    Es gibt solche „Spinner“, die sind aber nicht zwangsläufig links oder rechts, sondern schlichtweg hohl und auf Krawall aus. Aber eben genau darum, um die „Argumente“ dieser „Spinner“ nicht zu bestätigen und sich nicht noch die Wut der restlichen Demonstranten auf sich zu laden, darf die Polizei nicht als Aggressor auftreten.

    So wie es aber momentan in Deutschland aussieht, kann man weder eine differenzierte Diskussion führen, noch für die Gerechtigkeit auf die Straße gehen.

  20. Eine Prüfung sollte / wird es ja geben. Eine eigene Prüfung kann jeder schon mal vorab vornehmen. Nämlich dann, wenn hier u.a. ein „kritischer“ NDR-Beitrag hochgehalten wird. Daraus: „Erst nach dem Stopp des Protestzugs eskaliert die Gewalt. Sollten diese Augenzeugenberichte und Videos tatsächlich zutreffend sein, muss das Vorgehen der Polizei untersucht werden.“
    Mit welchem Recht, mit welcher vermentlichen Die-haben-Recht!-Chuzpe soll es hier oder anderswo mal eben legalisiert werden, dass Demonstrationsteilnehmer mit Gewalt, Steinen, Flaschen und Böllern auf Polizisten losgehen? Weil ein Demo-Zug einen Stopp erfuhr? Darf man mal fragen, wo eigentlich engagierter, aber recht friedlicher Umgang in einer Demokratie für die einen anfängt und für die anderen aufhört, nur weil sie Polizisten sind? Darauf mal einen Stein.

    • Die Polizei ist natürlich nicht ganz doof. Die Taktik war, die ohnehin „gewaltbereiten“ Autonomen zu provozieren, um die Demo im Keim zu ersticken. Auf drei Demonstranten kam ein Polizist. Es wurden ab 15 Uhr direkt alle Straßen abgesperrt, der Demozug verhindert und zeitgleich rannten mehrere Einsatzkräfte in Ketten grundlos auf die Autonomen zu. Das hat gewirkt, es flogen Flaschen, Ende der Demo.

      Ohne Polizei wäre genau nichts passiert. Nach dem Demozug hätten sich einige Grüppchen in der Stadt sicher noch für das eine oder andere Sachbeschädigungsritual getroffen, aber das wäre es gewesen.

      Ich fühlte mich als „normaler“ Demonstrant bereits eingekesselt, bevor es los ging. DieseForm von Polizeipräsenz macht mir Angst. Das weiß die Polizei, und dafür ist die Taktik da – nicht umsonst gibt es in Hamburg den so genannten Laufkessel. Man kann nicht mehr frei Demonstrieren, denn überall sind Ninja-Turtles und richten Kameras auf einen.

      Übergriffe seitens der Polizei gab es laut Anwohnern auch einige – ein FSK Interview lässt eine geschockte Anwohnerin zu Wort kommen, die am Telefon beschreibt, wie mehrere Polizisten auf einen regungslosen mann einschlugen, der dann in einen Unfallwagen gebracht wurde, der noch zehn Minuten brauchte, bevor er losfahren konnte. Und das waren keine Autonomen – Anzeige gegen unbekannt wollten sie stellen. Denn unsere Polizei hat ja als letzte in Europa keine Identifizierungsnummern auf den Anzügen.

    • Das Verhalten der Polizei zu kritisieren bedeutet nicht, automatisch auch das der Demonstranten zu rechtfertigen. Das sind zwei paar Schuh. Aber Wechselwirkungen gibt es da sicher. Und um die zu verstehen, muss man korrekt über das Geschehen informiert werden.

  21. Warum vermummen sich denn unsere friedlichen Demonstranten, wenn sie ja so lieb und harmoniebedürftig sind?
    Ist es nicht so, dass die „friedlichen“ Demonstranten (also die mit den Böllern, Steinen und weiteren Gegenständen) immer auch die ersten sind, welche ihre Rechte in Anspruch nehmen?
    So scheint es mir zumindest.

    Und ich bin gespannt, inwieweit in diesem Blog eine freie Meinungsäußerung und Demokratie herrscht. Vielleicht löscht man ja diesen Kommentar. Das wäre dann aber wohl ein öffentlicher Schuss ins eigene Knie.

    • Warum gibt es keine identifizierungsnummern auf Polizeiuniformen wie überall sonst in Europa? Weil die Polizei sich immer korrekt verhält? Die Ordnungshüter dürfen auf Demonstrationen wilde Sau spielen, das ist ebenso wenig hinnehmbar.

      • Geht es jetzt darum bei der Polizei die Fehler zu suchen?
        Polizisten schützen uns alle. Wenn bei bspw. dir(!) zu Hause eingebrochen wird, dann wirst du wohl als erstes die Polizei anrufen. Richtig? Siehste.
        Wer Polizist wird, der entscheidet sich nicht für irgendeinen Job, sondern der Job wird zu seiner Berufung und zum Teil seines Lebens. Und zwar in einem größerem Ausmaß, wie es bei vielen anderen Jobs der Fall ist.
        Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass Polizisten in Hamburg den Krawall suchten. Wenn ich mir die Videos von der „Demonstration“ anschaue, dann wird für mich persönlich deutlich, dass die Polizei in der Unterzahl ist.
        Wir reden hier auch von 117 (teils schwer) verletzten Polizeibeamten. Tut mir Leid, aber dass die Polizei Krawall sucht – das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

        Und im Übrigen gibt es in Berlin und Brandenburg bereits eine Kennzeichnungspflicht für die Polizisten. In Hamburg (darum geht es ja) ist das Tragen eines Namensschildes optional.

      • @A Es ging mir zunächst darum, bei den Medien die Fehler zu suchen. Was aber nicht heißt, dass es bei der Polizei keine gibt. Da gibt es durchaus Beamte, die auf Krawall aus sind. Ich empfehle diesbezüglich Rafael Behrs Buch „Cop Culture“. Darin schildert der Soziologe und Ex-Polizist unter anderem seine Befragungen von BFE-Beamten, die sich van Damme und Rambo zum Vorbild nehmen und sich von Gesetzen behindert fühlen. Kannste dir nicht ausdenken.

    • Das Vermummungsverbot ist in Zeiten von Facebook, Gesichtserkennungsprogrammen und der systematischen und unprovozierten Abfilmung aller radikalen Demonstrationen nichts anderes als eine Zumutung und es is völlig verständlich, dass auf Demos dagegen massenhaft verstoßen wird.
      Es ist nichts anderes als die Forderung des Staates, genau dokumentieren zu dürfen, wer radikale Demos besucht. Wo diese Aufnahmen dann landen (vielleicht mal beim Arbeitgeber? Kam noch nicht vor, aber es ist nicht undenkbar und Fotos werden ja nicht schlecht) weiß man nicht.

      • Also, wer allen Ernstes behauptet, dass die Polizei NICHT auf Krawall aus ist, war offensichtlich noch nie auf einer Demo. Das is wirklich lachhaft. Wenn Du zB die hassverzerrten Fratzen vom Team Green gesehen hättest, als sie uns von der Nazi-Disco „Jeton“ in Berlin weggeprügelt haben, würdest Du Dir solche Lächerlichkeiten sparen. War übrigens eine friedliche Demo.
        Ich kann mich da leider nur Urteil „Hools in Uniform“ anschliessen.

  22. Leute, back to topic. Hier geht es nicht darum, ob das „friedliche, liebe und harmoniebedürftige Demonstranten“ waren, oder sich auf gewalttätige Konfrontationen vorbereitet wurde. Es geht darum, dass der überwiegende Teil der Medien DEN GRUND für den Beginn der Auseinandersetzungen 1:1 von der Erklärung einer der beiden Akteure (nämlich der Polizei) übernehmen, ohne entweder selbst vor Ort gewesen zu sein oder die Videos z.B. bei Youtube zur Kenntnis zu nehmen. Und dass das nicht zum ersten Mal passiert ist – kein Wunder, dass eine Zeitung ausgerechnet aus Frankfurt (remember Blockupy) hier zu den wenigen Zweiflern gehört.

    Dass sich Demonstranten durch Vermummung, meinetwegen auch durch das Mitbringen von entsprechenden Utensilien, auf eine gewalttätige Auseinandersetzung vorbereitet haben bestreitet hier doch niemand. Vielleicht waren ein paar von ihnen ja auch in Frankfurt und erleben sowas nicht zum ersten Mal 😉

    • Na das wurde ja alles schon beantwortet. Presseagentur interviewt Einsatzleiter bzw. Pol.Pressesprecher, da komfortabel. Und das wird dann fast überall erstmal so gesendet. Leider.

      Ausnahmen waren TAZ, Abendblatt und NDR (TV und 90.3), sicher auch weitere Medien vor Ort.

      Erst später (1-2 Tage in diesem Fall) werden dann Anwohner und Demonstranten interviewt und erscheinen Videos auf YT, die aber nicht wirklich so aussagekräftig sind, dass sie die ganze Situation erklären können.

      Bilder, die optisch was hermachen (Bengalis, Barrikaden etc) werden naturgemäß von den Bildredaktionen liebend gerne genommen. So lange da kein Foto von einem Antifa der mit ’ner Polizistin rummacht auftaucht, wird es schwer, das zu toppen.

      Es liegt also gar nicht mal an der Redaktionsleitung, die vielleicht was gegen Linke hat. Es ist eher die Erwartungshaltung aufgrund vieler Demos und immer ähnlichen Mustern, plus einer einseitigen Agenturmeldung, die dazu führt, dass die gesamte Republik ein ganz falsches Bild bekommt.

      Jeder der nicht da war, muss aufgrund der Berichterstattung denken, ganz Hamburg bestünde nur als Bengalofeuern und Wasserwerfern.

  23. Deeskalierend ist was anderes…

    In unsere Medienwelt schaffen es solche Videos nur, wenn sie ausserhalb Deutschlands gedreht werden. So wie vieleicht in Russland oder der Türkei.

  24. Welcher Kameramann will schon mit seinem teuren Equipment in so einen Kessel ? Das ist schlimmer als in der Fan-Kurve die Kamera auf besoffene Hooligans zu lenken. Also bleibt man, auch im eigenen Interesse hinter der Polizei, zudem schön trocken und filmt wunderbar den „Gegner“ frontal ab.
    Die Polizei duldet uns Fotografen natürlich, und die fühlen sich dankbar geschützt. Ich will das nicht zu sarkastisch formulieren, weil ich die Situation wiederholt ja auch so erlebt habe. Man tut ja nur seine Arbeit und wünscht sich nicht direkt an die Front – möchte aus sicherer Distanz beobachten, aber das geht leider oft nicht wirklich. Gerade dieses 9-teilige Video bei YouTube liefert mehr authentische Bilder als die TV-Medien ergattern konnten – man muss dann aber auch Geduld für Längen, Unschärfen und Wackler aufbringen. Dank sei diesen „Kriegsberichterstattern“ für ihre mutige Kameraarbeit !

  25. Man,man,man, Berichterstattung hin oder her. Scheiß egal wer wem zuerst auf den Fuß getreten hat, aber Böller, Raketen und Steine haben scheinbar nur auf den erst besten Zeitpunkt gewartet abgefeuert zu werden. Und wer ‚Frieden‘ will zeigt sein Gesicht und keine Kriegsbemalung oder versteckt sich hinter Schwarzer Uniform. All die Sympathie oder Toleranz, die man für die Hintergründe dieser Demos evtl. hatte, wird erstickt durch die Penner in black die mit Böllern und Säcken voll Plastersteinen etc. bewaffnet durch die Innenstadt laufen wollen, um ihren Adrenalin Pegel ordentlich zu pushen oder ihrem langweiligen Alltag eine Abwechslung zu bieten. „Hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse“ Das ist doch ne Ansage worauf es die ersten Reihen der Demonstranten anlegten! Und ich habe irgendwie Verständnis dafür, dass die gestoppt wurden bevor man sie nicht mehr in Schach hätte halten können. Und solange es diese Chaoten gibt, wird die Polizei immer Ihre Daseinsberechtigung haben und die teilweise positiven und/oder verständlichen Beweggründe der friedfertigen Demonstranten ‚ in der sonstigen Gesellschaft schwer nahrhaften Boden finden.

  26. Man darf nicht vergessen, dass der Corpsgeist der Polizisten durch den zerstörerischen Angriff auf die Davidswache, am Vortag, wohl stark angeheizt war. Hier schien „Rache“ mit im Spiel, zumindest ließ man es darauf ankommen den Frieden zu zerstören – ganz im Einklang mit dem „Stammtisch“ – gegen jede deeskalative Vernunft. Humane Politik ist mehr denn je gefordert – auch ein Rücktritt des Innenministers müsste vielleicht diskutiert werden.

  27. Ich finde es erbärmlich wie nun versucht wird, diese sinnlose linke Gewalt als Provokation der Polizei darzustellen. Ich bin am Samstag selbst draussen gewesen und nur knapp entkommen, nicht selbst unter einem Hagel von Ziegelsteinen, die plötzlich und aus dem Nichts gegen einen parkenden Einsatzwagen geworfen wurden. Wäre ich einen Meter links gegangen, hätte mich der Stein getroffen und nicht das Polizeiauto sondern mein Schädel wäre zu Bruch gegangen. Alle Beteiligten sollten sich schämen, hier nur ansatzweise von einer staatlichen Provokation zu sprechen. Pfui

    • Ich versuche gar nicht, die Protestgewalt als durch die Provokation verursacht darzustellen. Mir ging es erstmal nur um die Fakten und wie unkritische Medien die Version der Polizei als solche dargestellt haben. Dass die Krawalle auch eine Reaktion auf den Polizeieinsatz gewesen sein können, ist eine andere Frage, die sich daran anschließend diskutieren ließe. Was ja inzwischen in den Medien auch geschieht.

  28. Danke für diese tolle Analyse !!!

    Ich finde du hättest ruhig schreiben können was bei den letzten Malen passiert ist als die Flora geräumt werden sollte …

    Der ideot der das beschlossen hat ist ebenso schuldig an der Eskalation, jeder der klar denken kann legt sich nicht mit der Flora an , die Flora ist ein europaweites Netzwerk aus mind 200 aktiven, schade das es soviel Zerstörung gab.

    Sehr gut!

  29. Dann hätten die sogenannten Demonstranten evtl nicht die Davidwache am Freitag angreifen sollen. Da spricht kaum jmd drüber da dies ja scheinbar in Ordnung war. Und weil eine Demo mit großer Konsequenz gestoppt wird, dürfen Steine etc auf die Polizisten geworfen und Läden zerstört werden? Und jeder der neben einem Steinewerfer steht und nichts unternimmt, kann gleich selber werfen. Was geht nur in Euren Köpfen vor….

  30. Ich bin Skeptiker. Ein bisschen Emotion wie in Hollywood, so David gegen Goliath-mäßig und schon erschafft ein Video oder ein Foto eine Klare Meinungsbildung bei den Usern die natürlich gegen den ungerechten Staat wettern. Wo ist die Gegenpartei in dem Bericht damit ich selber beurteilen kann was da passiert ist obwohl ich nicht vor Ort war? Es ist total furchtbar das Gewalt eingesetzt wird wenn demonstriert wird und wir wissen alle, das diese Gewalt nicht Einseitig ist und nur von einer Partei ausgeht. Trotzdem scheint es immer in allen Berichten so, als ob es nur einen Schuldigen gibt der dann so ganz Goliath ist und mit dokumentarischen Mitteln mit Wackelkamera total echt wirkt. Ich habe mir mal den Polizeibericht angesehen. Total langweilig geschrieben und furztrocken aber sehr übersichtlich und klar dargestellt. Solltet ihr euch auch mal reinziehen. So lange hier nur Clips von einer Seite in Betracht gezogen werden, wäre ich vorsichtig mit vorschnellen Urteilen. Auch ich demonstriere prinzipiell gegen die vermeintlich höhere Gewalt. Doch ich lasse mich nicht von Bildern und comments für dumm verkaufen!

  31. Ich finde es ebenfalls sehr schade, dass die Hintergründe dieser Demonstrationen auf die Krawalle des „Schwarzen Blocks“ reduziert werden. Aber ich finde etwas noch viel schlimmer:
    Ich war dabei, als 10tausende FRIENDLICH im November auf die Straße gegangen sind, um an die Todesfälle im Mittelmeer zu erinnern und für die Lampedusa-Flüchtlinge ein Bleiberecht einzufordern. Da standen „Normalos“ neben Vermummten, Punks neben Flüchtlingen. Jeder in seiner Weise, doch alle hoffnungsvoll und gesittet. Sprechchöre, keine Bengalos und dergleichen. Das eine Wochenende blockierte ein Zug von 5000 Menschen die Reeperbahn. Ein paar Tage später legten 10-20000 Menschen für 4 Stunden die Innenstadt lahm. Doch es blieb friedlich. BERICHTE IN DEN MEDIEN??? NIRGENDS!!! Nicht ein einziger Radiosender, nicht mal das Hamburger Abendblatt. Ignoranz von Seiten des Senats. Wenig Beachtung in der Presse.

    Nun war abzusehen, dass es im Kampf um die Flora zu großer Gewaltbereitschaft kommt. Ich habe überlegt ebenfalls an der Demo teil zu nehmen. Denn es scheint eines der letzten Mittel zu sein, als Bürger zu zeigen, dass man nicht alles mit sich machen lässt. Medien sollten ein Kontrollorgan der Politik sein, nicht ihre Marionette.

    Das Verhalten der Polizeit, die eindeutig Grundrechte verletzt hat (allein schon die Gefahrenzone ist eine Verletzung in sich, hinzu kommt der Fakt, dass diese Demonstration im Vorfeld genehmigt wurde!!!), muss auf jeden Fall untersucht werden. Aber wer wird das machen, wenn der Senat mit diesem Vorgehen im Grunde voll zufrieden ist!? Wo besteht da eine Chance die Polizei in ihre Schranken zu verweisen, wenn selbst die großen Medien es nicht schaffen objektiv, sachlich zu berichten. Da fühl ich mich als Bürger ja fast hilflos. Kein Wunder, dass die Gewaltbereitschaft steigt, bei der Wut, die sich da innerlich steigert. Klar kann ich einer Partei beitreten, wählen gehen. Aber thats it oder was? Das hier ist eine Frage? Was kann ICH tun? Videos sharen ist vielleicht ein Anfang. Damit jeder sich sein eignes Bild machen kann?

  32. Wer ab und zu zu Fußballspielen(SGD) auch mal in eine Andere Stadt fährt um dort den Auswärtsverein zu unterstützen weiß das die Polizei Ausschreitungen will um eine Einsatzberechtigung zu haben. E-Mails an Innenminister sowie als Augenzeuge um Gegendarstellungen von den Medien zu bitten hilft da nix. Zusätzlich ist es der Politik ja recht wenn die Bevölkerung in Angst und Schrecken gehalten wird, so lassen sich negative Veränderungen gegen das Volk viel leichter durchsetzen!

    • Liebe Leute, solche Ansichten sind wirklich nicht mehr ernst zu nehmen. Es sind also die Polizisten, die in den Stadien Scheiß machen, und nicht die Krawallisten? Gut so. es lebe die Anarchie! Ich schalte mich da aus.

  33. Ok, der.Demonstrationszug wurde zu unrecht gestoppt, kann passieren. Und dann? Dann zeigt ein Teil der Demonstranten, dass sie Teil eines leicht zu entfesselnden Mobs sind, der Menschenrechte einfordert aber keine Bedenken hat, andere Menschen zu gefährden.

    • Ja, so ist der Mensch nun mal – per Geburt an: Er verteidigt sein Recht oder Leben zur Not mit Gegenwehr und Angriff. Zur Zeit tobt der Mob (noch mit Worten) vor Allem gegen die gesamte „linke Brut“ Grund: Der brutale Angriff gegen Polizisten an der Davidswache. Polizei ist jedoch immer dazu aufgerufen das Recht des Stärkeren, also das eigene Machtmonopol, sehr sorgfältig und deesaklierend zu benutzen. Zur Zeit agieren beide „Seiten“ so aufgeheizt, daß „Mama“ bald mal dazwischen gehen muss. „Papa“ verhällt sich abwartend, denn er will dass sein Junge Stärke zeigt !

  34. […] 2. “Medienberichte und Realität #hh2112″(benjaminlaufer.wordpress.com, Benjamin Laufer) Nach den gewalttätigen Zusammenstößen in Hamburg mit mehreren Hundert Verletzten geht die Suche nach der Wahrheit los: Mit Videos und Augenzeugenberichten werden die Ereignisse rekonstruiert. Benjamin Laufer kritisiert die ersten Medienberichte, wonach Angriffe gewaltbereiter Demonstranten die Eskalation ausgelöst haben: “Der Fehler, der zu solch falschen Berichten führt, ist ein Vertrauensvorschuss, den viele JournalistInnen der Polizei entgegenbringen. Sie betrachten die Behörde als neutrale Informationsquelle und nicht als politischen Akteur, dessen Aussagen es kritisch zu prüfen gilt.” […]

  35. Herr Laufer, der Pressekodex besagt eindeutig, dass man sich auf Pressemitteilungen von Polizei und Staatsanwaltschaft ohne diese nachzuprüfen etc. (diese also als Tatsachenbehauptungen übernehmen kann/sollte). Ich weiß ja nicht, ob Sie sich dem Kodex des Dt. Presserats verpflichtet fühlen?!…

    • Eine solche Aussage kann ich im Pressekodex nicht finden. ganz im Gegenteil, dort steht:

      Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben.

      Das stützt meine Argumentation.

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